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Nachhaltigkeit und Rohstoffverfügbarkeit: Wie lösen wir die Herausforderungen?

Nachhaltigkeit und Rohstoffverfügbarkeit sind zwei entscheidende Zukunftsthemen für die Automobilindustrie. Denn mit neuen Technologien wie der Elektromobilität steigt auch die Nachfrage nach Rohstoffen. Auf dem #VDATK20 geben Experten Antworten auf die drängendsten Fragen.

Aktuelle Studien zeigen, dass mit einem Markthochlauf der Elektromobilität auch die Nachfrage nach Rohstoffen, wie zum Beispiel Kobalt und Lithium, stark ansteigen wird. Wie gehen Industrie und Behörden mit diesem essenziellen Thema um? Wie kann Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette garantiert werden? Der #VDATK20 gibt einen Einblick in Nachhaltigkeit und Rohstoffverfügbarkeit. Kurzvorträge im Rahmen der Themen-Session kommen von Daniel Göhler, Supply Chain Manager, Volkswagen AG, Dr. Christian Hagelüken, Director EU Government Affairs, Umicore, Michael Schmidt, Deutsche Rohstoffagentur (DERA), Dr. Daniel Schönfelder, Vice President | Battery Materials, Europe, BASF, und Dr.-Ing. Luis Tercero Espinoza, Leitung Geschäftsfeld Systemische Risiken, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI.

Michael Schmidt (DERA) beschäftigt sich in seinem Kurzvortrag mit aktuellen Preis- und Lieferrisiken auf den internationalen Rohstoffmärkten. Schmidt dazu: „Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktuellen Preistrends und Marktentwicklungen bei Rohstoffen, die eine wichtige Rolle für erneuerbare Energien sowie dem Wandel hin zur E-Mobilität spielen.“ Denn die Transformation der Automobilindustrie ist eng verknüpft mit der Rohstoffverfügbarkeit.

Laut Dr. Daniel Schönfelder (BASF) sind Rohstoffe und Nachhaltigkeit zwei Seiten einer Medaille und spielen bei der Transformation der Automobilindustrie eine wichtige Rolle: „Die Automobilindustrie steht am Beginn einer neuen Ära – die Elektromobilität ist dabei, die europäische Automobilindustrie fundamental zu verändern. Sinn macht dieser Paradigmenwechsel jedoch nur, wenn er komplett nachhaltig entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorangetrieben wird. Dies ist möglich, aber nur, wenn glaubhaft die richtigen Prioritäten für Entscheidungen gesetzt werden.“

Für Dr. Christian Hagelüken (Umicore) ist eine sozialverantwortliche Rohstoffversorgung zentral: „Die sichere und verantwortungsvolle Versorgung mit essenziellen Batterierohstoffen wie Kobalt, Nickel, Lithium und Kupfer ist ein Schlüssel für den Erfolg der Elektromobilität. Der Bedarf nach diesen Metallen wird in den kommenden Jahren signifikant steigen.“

Dabei plädiert Dr. Hagelüken für Nachhaltigkeit in der gesamten Lieferkette, gerade auch beim Thema Recycling: „In diesem Kontext wird häufig die Frage aufgeworfen, ob der rasante Nachfrageanstieg nach den Batteriemetallen überhaupt sichergestellt werden kann und ob tatsächlich auch effektive Recyclingkreisläufe zu etablieren sind.“ Dr. Hagelüken sieht die Einführung früherer Innovationen als wichtige Präzedenzfälle, um mit den neuen Herausforderungen umzugehen: „Es ist deshalb hilfreich, auf die Erfahrungen von vergangenen Technologieeinführungen zurückzugreifen, um daraus Maßnahmen für ein möglichst effektives Ressourcenmanagement abzuleiten. Am Beispiel des Autokatalysators wird gezeigt, dass schon früher neue Technologien einen signifikanten Mehrbedarf an metallischen Rohstoffen ausgelöst haben.“

Dr. Hagelüken betont, dass die politischen Rahmenbedingungen, die durch die Europäische Kommission vorgegeben werden, ein wichtiger Impuls sind, Nachhaltigkeit jedoch noch stärker in Produktion und Verbrauch berücksichtigt werden muss: „Das von der EU-Kommission eingeführte Konzept einer Kreislaufwirtschaft ist ein starker Impulsgeber für die Erschließung von Sekundärrohstoffen durch effektives Recycling. Denn auf diese Weise kann ein wichtiger Beitrag zur Rohstoffversorgung für neue Technologien geleistet werden. Dies erfordert jedoch grundlegende Änderungen in der Art und Weise wie Produkte entworfen, verkauft, verwendet und recycelt werden.“